Yoga mit allen sinnen – yogatag
„Yoga mit allen Sinnen“ – Unter diesem vielversprechenden Motto fand der Yogatag am 23.11.2025 am Kleebauer Hof statt. Weiter hieß es: „Gemeinsam erleben wir einen SINNvollen Tag voll angenehmer Asanas und Übungen, die besonders unsere Sinne ansprechen. Augen und Ohren dürfen ganz fein wahrnehmen, ein milder Duft erweckt unseren Geruchssinn und wir erspüren unsere Körper mit geschlossenen Augen in runden Bewegungsabläufen. Zwischendurch werden wir kulinarische Köstlichkeiten bewusst schmecken und genießen.“

Und, was soll ich sagen, es wurde in der Ausschreibung für diesen Tag wahrlich nicht zu viel versprochen. Schon beim Ankommen am Kleebauer Hof, dem 800 Jahre alten Vierkanthof im oberen Mühlviertel, umgeben von 230.000 m² Land, schweift der Blick weit über die sanften Hügel der zauberhaften Gegend. Und nicht nur der Blick, auch das Herz wird offen und weit!
Zuallererst wollen die Tiere des Hofes begrüßt werden – die Ponys Helga, Dieter und Klein-Rosie, sowie die Alpakas Nils, Harald und Richard, die neugierig und interessiert alle ankommenden Yogis und Yoginis beäugen und beobachten.

Der Kleebauer Hof: Räucherstäbchenduft und Yoga-Esprit
Beim Betreten des Gebäudes steigt mir Räucherstäbchenduft in die Nase und der positive Yoga-Esprit dieses magischen Ortes ist auch mit allen anderen Sinnen vom ersten Moment an spürbar.
Nach der warmen Begrüßung durch Saskia, die den Hof liebevoll, engagiert und mit viel Herz leitet, wird uns erklärt, wo wir den großen Yogaraum und die gemütliche Stube finden und überhaupt, wie wir uns am Hof zurechtfinden. Im heimelig gestalteten Yogaraum finden wir uns alle pünktlich ein und starten gemeinsam in einen besonderen, wahrlich SINNvollen Yogatag.
In einer kurzen Vorstellrunde erfahren wir, mit welchen besonderen Menschen wir die nächsten gemeinsamen Stunden verbringen werden. Erfahrene Yoginis sind ebenso in unserer 8köpfigen Runde dabei wie ein Paar, das bisher keinerlei Yoga-Erfahrung hat und hier ist um zu erfahren, ob sich ihre vorgefertigte Meinung über Yoga bewahrheitet oder revidiert werden muss. Und wir erfahren von der einfühlsamen Yogalehrerin Petra Fischer, was sie für den Tag geplant hat. Es gilt, alles kann und darf, nichts muss. Sie gibt uns das Bild eines großen Buffets, an dem man sich bedienen kann. Sie wolle zahlreiche Inputs geben und wir können, müssen aber nicht alles von ihr angebotene auch probieren. Man dürfe auch einfach mal was weglassen und den Tag so gestalten, wie es sich für jede/n einzelne/n von uns stimmig anfühlt. Völlig frei. Wie sich heraus stellt, will niemand irgendetwas weglassen. Wir alle nehmen gerne alle von Petra mit Bedacht vorbereiteten Elemente an und bedienen uns quasi reichlich am von ihr vorbereiteten Buffet.

Seien es die achtsam angeleiteten Sonnengrüße und zahlreiche weitere Asanas, die auch mal mit geschlossenen Augen ausgeführt werden, um uns ohne Sehsinn auf sämtliche andere Sinne zu konzentrieren. Seien es die Lebensweisheiten und Anregungen aus Petras Coaching-Repertoire, oder die Sprüche auf den hübschen Karten des kleinen Yogis, die wir wie bei einem Orakel ziehen dürfen – wahrlich alle Sinne werden angesprochen. Der Luftzug und die Wärme des Raumes werden auf der Haut gespürt, der Duft von Räucherwerk in der Nase wird besonders wahrgenommen, dem Klang von Klangschalen wird bis in die aufkommende Stille hinein gelauscht, der Blick wird durch die Fenster hinaus auf die Ponykoppel schweifen gelassen. Ein sanftes Streichen der Zunge über die Lippen lässt die Aromen des gerade genossenen Tees und der ersten Weihnachtsbäckerei nochmals nachklingen. Und so beschäftigen wir uns an diesem Tag nicht nur mit Yoga. Es geht auch um durchaus tiefgründige Fragen. So will Petra beispielsweise von uns wissen, was Sinn macht für uns. In einer Partnerübung tauschen wir uns darüber aus. Naja, eigentlich ist es kein Austausch, sondern vielmehr ein Reden und Zuhören. Erst hat der/die eine Partner:in fünf Minuten Redezeit und der/die andere hört „nur“ zu. Dann wird gewechselt. Interessant, was man so über eine andere, vorerst fremde, Person erfährt und auch, was man über sich selbst erfährt. 😉 Und Petra ermutigt uns dazu, diese Übung durchaus auch mal im privaten Kreis zu probieren, was ich mir fest vornehme.
Kulinarische Pausen und gemeinsame Wanderung
Abseits der Zeit im Yogaraum schärfen wir unsere Sinne auch während der kulinarischen Pausen beim Beisammensein in der gemütlichen Stube. Bewusster als sonst werden heute duftender Tee und Porridge, farbenfrohe Smoothies und geschmackvolle, weitere Köstlichkeiten, die die Seele streicheln, genossen.

Und bei der gemeinsamen Wanderung, die für den Nachmittag am Programm steht, lauschen wir dem Knirschen des frisch gefallenen Schnees unter unseren Füßen, dem Wiehern der Ponys und Pferde, lassen den Blick weit über die sanften Hügel des Mühlviertler Hügellands schweifen, spüren abwechselnd Sonnenstrahlen und zarte Schneeflocken auf unseren von Kälte und eisigem Wind geröteten Wangen, spüren, wie es sich anfühlt, einen Schneeball zu formen, versuchen zu erschnuppern, ob die Stachelschweine und Alpakas einen besonderen Duft absondern. Und der/die eine oder andere versucht zu erfahren oder sich zu erinnern, wie denn Schnee eigentlich schmeckt.
Fazit:
Der Zauber und die Magie des Kleebauer Hofes und der gemeinsam verbrachten sinnvollen Stunden lassen uns am späten Nachmittag alle beseelt nach Hause fahren und uns aufs Wiederkommen freuen.